Hochregal 660x330 - Industriedemontage - Gründe und Vorteile

Industriedemontage – Gründe und Vorteile

Es kommt einmal die Zeit da muss die alte bestehende Industrieanlage abgebaut und verkauft werden. Doch wie verläuft ein solcher Prozess eigentlich? Immer wieder wird von neuen Anlagen berichtet, die gebaut werden. Doch wie funktioniert eigentlich der Rückzug einer Industrieanlage?

Dass eine Industriedemontage erfolgen muss, das kann verschiedene Gründe haben. Oft erfolgt die Demontage aufgrund dessen, dass die alten Anlagen der Modernisierung zum Opfer fallen oder die Produktion verlagert wird – beides sind die bekanntesten und häufigsten Gründe. Natürlich kann es sich auch um die Schließung des Unternehmens handeln oder den Verkauf, was dann dazu führt, dass der Abbau der Industrieanlagen erfolgt. Besonders in den Zeiten der Digitalisierung kommt es immer häufiger zu Demontagen, da die alte Lagertechnik gegen moderne ausgetauscht wird.

Damit die internen Abläufe auf ein minimum reduziert werden können, gehört die Planung der Industriedemontage bei einer Modernisierung oder dem Austausch von defekten Maschinen gegen neue Technologien in professionelle Hände. Bei der Demontage darf die Produktion nicht unnötig lange ausgesetzt werden und daher sind die Unternehmen auf die Hilfe von Spezialisten angewiesen. Zudem ist es notwendig, nach dem Abbau der Anlagen die Vorschriften und Gesetze zur fachgerechten Entsorgung einzuhalten.

Wenn die Insolvenz zur Demontage führt

Doch im Grunde ist es immer mehr die Insolvenz, die dazu führt, dass die Firmeninhaber ihre Unternehmen auflösen und im Rahmen dessen eine Demontage der Anlagen vornehmen müssen. Eine aktuelle Studie zeigt auf, dass die Zahl der Insolvenzen stetig steigt. Von November 2018 bis November 2019 wurden in Deutschland über 8100 Insolvenzverfahren registriert. Der Zweck eines solchen Verfahrens ist der gerechte Ausgleich zwischen überschuldeten und zahlungsunfähigen Schuldnern und ihren Gläubigern. Die Gerichte werden in diesem Fall bemüht auf der Grundlage der Insolvenzverordnung diese Auseinandersetzung zu regeln.

Interessant ist die Tatsache, dass 98% der Insolvenzanträge erst ein Jahr nach dem Eintritt der Zahlungsunfähigkeit eingereicht wird. Das ergab eine Studie des deutschen Instituts für angewandtes Insolvenzrecht. Die Hauptgründe dafuer ist die Hoffnung, dass sich die betriebliche Schieflage bessert, aber auch eine Fehleinschätzung der Situation und die Angst vor Bloßstellung. Andere Unternehmen bevorzugen den Verkauf des insolventen Unternehmens und die sogenannte übertragende Sanierung.

Was wird unter einer Insolvenz verstanden?

Dann wenn ein Unternehmen bereits zahlungsunfähig ist, ihm die Zahlungsunfähigkeit droht oder es überschuldet ist, dann ist es insolvent. Die Firma kann laut § 17 Abs. 2 InsO ihren fälligen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen und stellt die Zahlungen ein. Ist der Unternehmen voraussichtlich nicht mehr im Stande, seine anstehenden Verbindlichkeiten zu begleichen, dann droht eine Zahlungsunfähigkeit (§ 18 Abs. 2 InsO). Die Überschuldung liegt dann vor, wenn alle fälligen Verbindlichkeiten nicht mehr durch das vorhandene Vermögen gedeckt werden können (§ 19 Abs. 2 InsO).

Bspw. der Geschäftsführer einer GmbH hat dann die Pflicht, ohne schuldhaftes Verzögern, sein Unternehmen als insolvent zu melden. Dies hat innerhalb von drei Wochen nach Objektiv gegebener Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung zu geschehen. Geschieht dieses nicht, dann macht sich der Geschäftsführer der GmbH der Insolvenzverschleppung schuldig. Allerdings sollten im Vorfeld alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, um die drohende Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens abzuwenden. Zudem haben Gläubiger das Recht, einen Insolvenzantrag beim zuständigen Amtsgericht zu stellen.

In der Regel läuft eine Firmeninsolvenz (Regelinsolvenz) in mehreren Phasen ab. Der vom Gericht eingesetzte Insolvenzverwalter prüft nach der Anmeldung beim Amtsgericht, ob einer der genannten Eröffnungsgründe vorliegt und ob noch genügend verwertbares Vermögen (Insolvenzmasse) vorhanden ist. Ist das der Fall, erfolgt die Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Vom Insolvenzverwalter wird die Leitung des Unternehmens übernommen und er erhält die Verfügungsgewalt über das pfändbare Vermögen. Er kündigt bei dieser Liquidation (Geschäftsauflösung) alle Verträge, verkauft das Firmenvermögen und verteilt den Erlös daraus an die Gläubiger. Erst dann, wenn das Unternehmen aus dem Handelsregister gelöscht ist, ist das Insolvenzverfahren abgeschlossen.

Der Verkauf der Insolvenzmasse

Sämtliche unbeweglichen und beweglichen Vermögensteile des zahlungsunfähigen Unternehmens sowie die Vermögenswerte gehören zur Insolvenzmasse. Dazu zählen:

  • Grundstücke & Immobilien
  • Rechte, Patente
  • Firmenfahrzeuge
  • Barvermögen
  • Offene Forderungen
  • Maschinen
  • Software, Hardware

Damit eine Immobilie die zur Insolvenzmasse gehört verkauft werden darf, muss der Unternehmer die Freigabe vom Insolvenzverwalter erhalten. Diese Entscheidung fällt dieser nach eigenem Ermessen und erst dann, wenn sich eine gut nachvollziehbare Erklärung für den Wunsch nach Freigabe zeigt. Ansonsten wird die Insolvenzmasse bspw. über eine Versteigerung oder eine Online-Auktion verkauft. Der erzielte Erlös wird dann der Insolvenzmasse zugeschlagen.

Einen Käufer für Industrieanlagen finden

Viele Anbieter, die professionell die Montage sowie Demontage von Industrieanlagen übernehmen bieten an, dass sie die ausrangierten bzw. aus der Insolvenzmasse stammenden Industrieanlagen aufkaufen. Dadurch wird viel Zeit gespart und der Prozess kann schneller abgeschlossen werden. Zugleich hilft es Kosten zu sparen. Denn der Abbau und der Wiederaufbau aus einer Hand ist die beste Möglichkeit für Unternehmen und Konzerne um Kosten und Zeit zu sparen.

Der Abbau und Umzug von Industrieanlagen ist ein spannendes Thema. Dabei muss es sich nicht immer um eine Insolvenz handeln, aber leider zeigt sich immer mehr, dass eben dies immer mehr zum Alltag gehört.

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