Die Suche nach Auszubildenden – so kann sie zum Erfolg werden

Die Suche nach Auszubildenden – so kann sie zum Erfolg werden

Das neue Lehrjahr hat begonnen und viele Unternehmen stehen vor einem Problem: Sie haben offene Ausbildungsplätze, aber finden keine oder keine passenden Azubis, um diese zu besetzen. Doch es gibt eine Strategie, mit der die Suche zu einem Erfolg werden kann.

Gehen Deutschland die Azubis aus?

Laut der DIHK konnte mehr als ein Drittel aller Unternehmen im vergangenen Jahr die angebotenen Ausbildungsplätze besetzen – das waren so viele wie noch nie. Was den Bewerbermangel angeht, so ist dieser auch eine Folge der Corona-Pandemie. Aber die Suche nach geeigneten Auszubildenden erweist sich für die Unternehmen in Deutschland offenbar so schwierig wie noch nie. Der Anteil der Betriebe, die im vergangenen Jahr nicht alle offenen Lehrstellen besetzen konnten, beläuft sich auf 42 Prozent. Dies ergab eine Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer unter rund 150.000 Unternehmen. Es gibt ein „Allzeithoch“ beim Azubi-Mangel, heißt, es vonseiten des stellvertretenden DIHK-Hauptgeschäftsführers Achim Dercks. Das zeigt auf, dass sich die Lage am Ausbildungsmarkt nochmals verschärft habe, aufgrund der Corona-Pandemie.

Aber es werden nicht nur immer weniger Bewerber*innen auf die Ausbildungsplätze, sondern zugleich schreiben die Unternehmen mehr Stellen aus als im Vorjahr. Allein auf der Jobbörse Stellenonline.de sind über 1 Mio tagesaktuelle Jobs ausgeschrieben.

Kreativ sein bei der Suche nach Azubis – das zahlt sich langfristig aus

Es ist in der Tat so, dass viele Betriebe erfinderisch werden bei der Suche nach Auszubildenden. Ein Malerbetrieb aus Bad Kissingen in Franken hat dafür ein Foto-Shooting auf sich genommen. Die Tochter des Inhabers stand zusammen mit den Kollegen vor der Kamera, eingezwängt im Ganzkörper-Anzug und umgeben von Malerfilz, Farben, Farbeimern und Pinseln. Das, was daraus entstand, war eine Suchanzeige, die extrem auffällig war. Das entstandene Bild mit der Beschriftung „Wir machen dein Leben bunter“ wurde bei Facebook und Instagram gepostet und zugleich am Schwarzen Brett vor Ort aufgehängt.

Das Bild soll zeigen, dass der Beruf Spaß macht und dieser eben „bunt ist“. Der klassische mittelständische Betrieb konnte durch diese Aktion in diesem Jahr zwei der drei Ausbildungsplätze besetzen. Und dass, obwohl es sich um einen Ausbildungsberuf in einem Handwerksbetrieb handelt und eine ganz normale 40-Stunden-Woche anliegt und ab sechs Uhr morgens gearbeitet wird.

Schnell fündig werden als Handwerksbetrieb

Seit Jahren wird auf dem Ausbildungsmarkt darüber gejammert, dass es zu wenig geeignete Leute gibt. In Hinsicht darauf klingt diese Geschichte wie ein kleines Wunder, was der Malerbetrieb in Bad Kissingen erreicht hat. Also was hat der Malerbetrieb anders gemacht als die vielen anderen Betriebe, die nicht in der Lage waren, die Ausbildungsplätze zu besetzen?

Die Tochter des mittelständischen Handwerksbetriebes erklärt, dass sie nicht nur in den sozialen Medien werben, sondern auch in den Schulen und den Berufsschulen. Wichtig sei Präsenz, aber das sei nicht das wichtigste – sondern es ist der gute Ruf. Ein neuer Azubi ist über Empfehlungen an den Malerbetrieb gelangt, aber es genügte nicht eine schlichte Bewerbung, sondern zuerst musste er ein Praktikum absolvieren. Das mit dem Praktikum ist simpel, denn wer sich bereits im Betrieb umsehen konnte und die Arbeitsluft geschnuppert und das Team kennengelernt hat, der weiß, ob der Job das richtige ist.

Schlechte Noten = Schlechter Azubi?

Wie ist es möglich, als Ausbildungsbetrieb zu erkennen, ob der Bewerber für die Stelle richtig und vor allem ausbildungsreif ist? Ist dies durch die Noten erkennbar? Zeigt der Bewerber / die Bewerberin, sich mit gepflegten Umgangsformen beim Vorstellungsgespräch?

Fakt ist, dass es nicht möglich ist, einem Bewerber an der Nasenspitze zu abzulesen, ob er später der absolute Bringer oder ein totaler Reinfall in der Ausbildung ist. Doch Unternehmer in vielen Branchen können es sich nicht mehr leisten, wählerisch zu sein. Daher bewerben sich die Schulabgänger mit einem Einser- oder Zweier-Notendurchschnitt nur selten in den Handwerksbetrieben.

Es ist nicht abzustreiten, dass ein gewisses Mindestmaß an schulischer Vorbildung in nahezu jedem Ausbildungsberuf erforderlich ist. Zu begründen ist das schon allein durch den Fakt, dass sie nicht an den schulischen Anforderungen der Berufsschule bzw. der Abschlussprüfung scheitern. Aber dennoch: Kein Unternehmen muss deshalb einen Azubi suchen, der einen Notendurchschnitt von eins oder zwei aufweist.

In der Regel ziehen die Auszubildenden mit einem schlechteren Notendurchschnitt einen erhöhten Aufwand mit sich – bspw. durch zusätzlichen Nachhilfeunterricht oder Beratung. Aber viele dieser Azubis sind dankbarer für die Chance und bleiben dem Unternehmen selbst nach der Ausbildung treu. Ein Bewerber mit guten Noten hingegen wird weniger Aufwand verursachen, aber sie ziehen häufig nach der Ausbildung weiter, um so Berufserfahrung zu sammeln oder den Meistertitel zu erwerben.

Praktikumsplätze anbieten

Den Bewerbern, die nicht auf den ersten Blick überzeugen können, sollte ein Praktikum angeboten werden. In Anwesenheit des Ausbilders sollten die Praktikanten*innen dann auch einmal verantwortungsvolle Aufgaben übernehmen. So ist es einfacher, sich ein Bild darüber zu verschaffen, ob der Bewerber / die Bewerberin in der Lage ist, Verantwortung zu übernehmen und auch bereit ist, leistungsbereit und diszipliniert an die Arbeit zu gehen.

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